Seit einigen Wochen laufen die Snapshots zu Minecraft 26.3, dem dritten Game Drop des Jahres. Mojang hat noch kein Datum genannt, angekündigt ist das dritte Quartal 2026. Was drin ist, weiß man trotzdem schon ziemlich genau, denn die Snapshots zeigen den Umfang: einen neuen Herbstwald, ein komplettes Holz-Set, Wollstufen und einiges an Technik unter der Haube.
Der Dappled Forest
Das Herzstück ist ein neues Biom, der Dappled Forest. Ein lichter Herbstwald mit Pappeln, deren Blätter in Rot, Orange und Gelb wachsen und Partikel fallen lassen. Dazu grober Erdboden, rote Sträucher, Laubschichten am Boden und einzelne Fichten dazwischen. Kaninchen und Füchse leben hier, außerdem die kalten Varianten der Nutztiere.
Mit dem Biom kommt das Pappelholz als vollständiges Set: Stämme, Bretter, Treppen, Stufen, Türen, Zäune, Falltüren, Schilder, Druckplatten, Regale und passende Boote mit und ohne Kiste. Wer baut, bekommt damit einen neuen Farbton in die Palette.
Wollstufen, endlich
Der Punkt, über den in der Community am meisten geredet wird, ist unspektakulär und wurde trotzdem jahrelang gefordert: Treppen und Stufen aus Wolle und aus Beton, in allen 16 Farben. Für Innenausbau und Pixelart ist das ein echter Unterschied.
Dazu kommen ein paar kleinere Blöcke und Gegenstände:
- Regalpilze in zwei Größen, federnd wie Slimeblöcke und in Suppen verwertbar. Die Rezepte für Pilzsuppe und verdächtige Suppe akzeptieren jetzt beliebige Pilzkombinationen.
- Strohbetten aus Heuballen. Sie überspringen die Nacht, setzen aber keinen Spawnpunkt und sind nach einmaligem Gebrauch weg.
- Kissen in allen 16 Wollfarben, auf die man sich tatsächlich setzen kann.
- Verlassene Lager, eine oberirdische Struktur, die in 17 Biomen generiert und dabei jeweils anders aussieht. Drin: Beute, Strohbetten, weiße Wollstufen.
- Entdeckerkarten in deutlich mehr Varianten, acht für Biome und vier für Strukturen wie Antike Städte, Minen, Wüstenpyramiden und warme Ozeanruinen. Zoomen im Kartentisch geht bei ihnen allerdings nicht.
Neue Mobs gibt es diesmal keine.
Warum heißt das jetzt 26.3 und nicht 1.22?
Die Frage taucht in jedem zweiten Serverchat auf. Mojang hat die Nummerierung Anfang 2026 umgestellt. 1.21.11 war die letzte Version im alten Schema. Seitdem gilt: Jahreszahl, dann laufende Nummer des Drops, dann optional der Bugfix-Zähler.
- 26.1 Tiny Takeover, veröffentlicht am 24. März 2026, mit überarbeiteten Baby-Mobs und der Goldenen Löwenzahnblüte, die das Erwachsenwerden stoppt.
- 26.2 Chaos Cubed, veröffentlicht am 16. Juni 2026, mit den Schwefelhöhlen, dem Schwefelwürfel und den Geysiren aus potentem Schwefel.
- 26.3, der aktuelle Snapshot-Zyklus.
Bedrock zählt parallel in Zehnerschritten, dort heißt derselbe Drop 26.50. Der Hintergrund der Umstellung: kleinere Updates, dafür mehrere pro Jahr. Für Serverbetreiber heißt das vor allem, dass man sich an häufigere Sprünge gewöhnen muss.
Was sich technisch ändert
Am Renderer von Java wird gerade viel geschraubt. Snapshot 2 hat die alte Option für verbesserte Transparenz durch ein neues Verfahren ersetzt, das durchsichtige Blöcke ohne Sortierung korrekt zeichnet. Snapshot 6 hat dann die Übergabe der Geländedaten an die Grafikkarte umgebaut. Auf älteren Rechnern läuft 26.3 in den Tests spürbar runder als 26.2 zum Start, und die Frameraten sind stabiler geworden. Der experimentelle Vulkan-Renderer, der mit 26.2 dazukam, läuft weiter neben OpenGL.
Serverseitig gibt es zwei Punkte, die im Alltag auffallen: Mobs werden sparsamer berechnet, wenn kein Spieler in der Nähe ist, und die Synchronisation beim Blockplatzieren wurde enger gefasst. Dieses Ärgernis, dass ein gesetzter Block wieder verschwindet, weil Client und Server unterschiedlicher Meinung sind, sollte seltener werden.
Wann sollte ein Server umsteigen?
Nicht am Erscheinungstag. Diese Regel gilt seit Jahren und ändert sich auch mit dem neuen Drop-Rhythmus nicht. Paper, Spigot und die großen Plugins brauchen nach jedem Sprung Zeit, und wer zu früh wechselt, sitzt danach mit einem halben Dutzend kaputter Plugins da. Sinnvoller ist es, zu warten, bis die Plugins, auf denen der eigene Server wirklich aufbaut, eine Version für 26.3 anbieten.
Wer seine Spieler nicht aussperren will, fährt gut mit einer Proxy-Lösung wie Velocity plus ViaVersion. Damit können neuere Clients auf einen älteren Server, und der Umstieg lässt sich in Ruhe planen. Viele Server bleiben aus genau diesem Grund noch auf 1.21, und daran wird das neue Schema so schnell nichts ändern.
Und was spielen die Leute gerade?
Am Grundmuster hat sich wenig geändert. SMP bleibt das, was die meisten suchen, weil eine gewachsene Community mehr trägt als jedes Feature. Am stärksten gewachsen ist zuletzt Lifesteal, jene Variante, in der man dem Gegner beim Kill ein Herz abnimmt und bei null ausscheidet. Das Format kommt aus den großen YouTube-SMPs und ist inzwischen ein eigener Servertyp, oft kombiniert mit Towny- oder RPG-Elementen. Auffällig ist außerdem, wie viele Server mittlerweile Crossplay anbieten, damit Bedrock-Spieler auf demselben Server landen wie Java-Spieler.
Ein neues Biom bringt keine Spieler auf einen Server. Ein Grund, wieder reinzuschauen, ist es trotzdem. Wer einen Neustart oder einen frischen Map-Reset plant, legt ihn sinnvollerweise in die Wochen nach dem Drop.
Die vollständige Änderungsliste zu jedem Snapshot steht im Minecraft-Wiki. Und wenn dein Server auf 26.3 vorbereitet ist: trag ihn kostenlos in unsere Serverliste ein und hol dir die Spieler, die nach dem Update ohnehin nach etwas Neuem suchen.