Auf einen Java-Server kommen nur Spieler mit PC. Wer Minecraft auf dem Handy, auf der Konsole oder als Windows-App spielt, hat die Bedrock Edition und bleibt draußen. Geyser ändert das: Das Plugin übersetzt zwischen beiden Fassungen, und Bedrock-Spieler bauen in derselben Welt wie deine Java-Spieler. Seit Oktober 2026 gehört zur Einrichtung allerdings ein Schritt, den ältere Anleitungen nicht kennen, denn mit Bedrock 26.60 reicht ein offener UDP-Port nicht mehr.
Was Geyser macht und wofür du Floodgate brauchst
Geyser nimmt die Verbindung eines Bedrock-Spielers an und tritt deinem Server gegenüber als Java-Client auf, derzeit in Version 26.3. Für den Server ist der Spieler vom Handy also ein gewöhnlicher Java-Spieler. Geyser gibt es als Plugin für Paper und Spigot, für die Proxys Velocity und BungeeCord, als Mod für Fabric und NeoForge und als eigenständiges Programm namens Geyser Standalone.
Auf einem Server im Online-Modus lässt Geyser allein nur Bedrock-Spieler herein, die zusätzlich einen Java-Account besitzen. Floodgate, ebenfalls von GeyserMC, lässt sie auch ohne gekaufte Java Edition auf deinen Server. Ihre Namen bekommen standardmäßig einen Punkt vorangestellt, damit sie nicht mit Java-Namen kollidieren. Aus Steve wird .Steve, Leerzeichen werden zu Unterstrichen. Das Präfix lässt sich in der Floodgate-Config unter username-prefix ändern. Ganz entfernen solltest du es nur, wenn doppelte Namen ausgeschlossen sind. Nutzt du eine Whitelist, trägst du Bedrock-Spieler mit /fwhitelist ein, dem Whitelist-Befehl von Floodgate.
Wer auf beiden Fassungen spielt, kann seine Konten verknüpfen. Dazu betritt er mit beiden den Server link.geysermc.org, gibt auf einem Konto /linkaccount ein und auf dem anderen /linkaccount mit dem Code, den er dabei bekommen hat. Danach spielt er auch vom Handy aus mit Inventar, Position und Erfolgen seines Java-Kontos. Auf deinem Server musst du dafür nichts einstellen, Floodgate hat diese Verknüpfung ab Werk eingeschaltet. Was das Bedrock-Konto vorher auf deinem Server besaß, ist danach bis zur Trennung nicht mehr erreichbar, Spieler sollten ihre Sachen also vorher auf das Java-Konto bringen.
Passt dein Server?
Weil Geyser als Client der Version 26.3 auftritt, muss dein Server diese Version annehmen. Läuft er auf einer älteren, installierst du zusätzlich ViaVersion. Das klappt allerdings nur bis 1.20.5 zurück. Auf noch älteren Paper- oder Spigot-Servern läuft das Geyser-Plugin nicht. Dann bleibt ein Proxy wie Velocity davor oder Geyser Standalone mit ViaVersion. Standalone läuft als eigenes Programm neben dem Server und braucht Java 21 oder neuer.
Die Mod-Fassungen für Fabric und NeoForge laufen nur auf der neuesten Java-Version und nur mit Mods, die allein auf dem Server laufen. Alles, was Spieler auch auf ihrem Rechner installieren müssen, fehlt Bedrock-Spielern. Für klassische Modpacks taugt Geyser damit nicht.
Auf der Bedrock-Seite unterstützt Geyser nur aktuelle Versionen, im Oktober 2026 waren das 26.30 bis 26.52. Mit 26.60 rückt das Fenster weiter, und 26.30 fällt heraus. Wer sein Spiel nicht aktualisiert, kommt nicht rein.
Einrichtung auf Paper
- Lade Geyser-Spigot und Floodgate-Spigot von geysermc.org herunter und leg beide Dateien in den Ordner
plugins. - Starte den Server neu. Geyser legt dabei die Datei
plugins/Geyser-Spigot/config.ymlan. - Stell in dieser Datei im Abschnitt
bedrockden Transport auf NetherNet:bedrock: port: 19132 transport: nethernet - Prüf in derselben Datei, dass
auth-typeauffloodgatesteht. - Öffne Port 19132 in Router und Firewall, und zwar für TCP und UDP.
- Starte neu und teste mit einem Bedrock-Client ab Version 26.40. Unter Server und dann Server hinzufügen trägst du die Adresse deines Servers ein, den Port 19132 in das eigene Feld darunter.
NetherNet kennt Geyser erst ab Build 1237. Liegt bei dir eine ältere Fassung im Ordner, lädst du also zuerst die aktuelle herunter. Von selbst eingeschaltet hat Geyser NetherNet im Oktober 2026 noch nicht, den Wert setzt du bis auf Weiteres von Hand.
Der Bedrock-Port darf nicht derselbe sein wie der des Java-Servers, und kein anderes Programm darf ihn belegen, weder über TCP noch über UDP. Typische Kandidaten für einen Konflikt sind Voice-Chat-Mods, die Query-Schnittstelle, eine Webkarte oder ein zweiter Server auf derselben Maschine.
NetherNet: Warum UDP allein nicht mehr reicht
Bisher verbanden sich Bedrock-Clients über RakNet, ein Protokoll, das nur UDP nutzt. Für Geyser genügte also ein offener UDP-Port. Bedrock 26.60 soll am 27. Oktober 2026 erscheinen und kann RakNet dann nicht mehr. An seine Stelle tritt NetherNet, das auf WebRTC aufbaut. Der Client fragt den Server zuerst per HTTP, also über TCP, wie er sich verbinden soll, und spielt danach über UDP. Ist der Port nur für UDP offen, taucht dein Server für aktuelle Clients gar nicht erst auf.
Solange noch nicht alle deine Spieler aktualisiert haben, kann Geyser beide Protokolle gleichzeitig anbieten. RakNet und NetherNet teilen sich dann keinen UDP-Port, NetherNet bekommt unter webrtc-port einen eigenen. Den öffnest du nur für UDP, hier zum Beispiel 19133:
bedrock:
port: 19132
transport: both
webrtc-port: 19133
Mit both sehen auch Clients wie 26.40, die Beschreibung und Spielerzahl noch über RakNet abfragen, beides in der Serverliste. Wenn alle auf 26.60 sind, stellst du zurück auf nethernet und schließt den zusätzlichen Port wieder.
Gemieteter Server mit nur einem Port
Bei vielen Hostern bekommst du genau einen Port, und den belegt der Java-Server. Bisher war das kein Hindernis, denn Java nutzt TCP und Bedrock nutzte nur UDP, also konnte Geyser auf demselben Port lauschen. Mit NetherNet braucht Geyser den TCP-Port aber selbst.
Stellt Geyser fest, dass der Java-Server seinen Port schon nutzt, weicht es auf Warden aus. Das ist ein kostenloser Vermittlungsdienst, den Ziax betreibt, die Firma hinter CubeCraft. Deine Bedrock-Spieler verbinden sich dann nicht mehr über die Adresse des Java-Servers, sondern über Adresse und Port, die Geyser in der Konsole ausgibt. Diese Angabe gehört in deine Serverbeschreibung.
Sauberer ist ein zweiter Port, offen für TCP und UDP. In Panels auf Basis von Pterodactyl legst du ihn im Reiter Network an. Geht das nicht, hilft nur der Support deines Hosters. GeyserMC rät Hostern, Geyser für ihre Kunden selbst auf NetherNet umzustellen. Bevor du in der Config herumschraubst, schau nach, ob dein Anbieter das schon erledigt hat.
Bei 4netplayers (Werbelink) findest du freie Plugin-Ports in den Servereinstellungen unter General Info. Die Geyser-Anleitung im Wiki des Anbieters legt Geyser allerdings noch auf den Spielport und schaltet clone-remote-port ein (Stand 24. Oktober 2026). Mit NetherNet landest du so bei Warden. Nimm stattdessen einen der Plugin-Ports und frag beim Support nach, ob er auch für TCP offen ist. Wer dort neu bestellt, zahlt im ersten Monat die Hälfte.
Netzwerk mit Velocity oder BungeeCord
Im Netzwerk kommt Geyser nur auf den Proxy, nicht auf die Server dahinter. Floodgate gehört ebenfalls auf den Proxy. Auf die Unterserver brauchst du es nur, wenn dort Plugins auf Floodgate zugreifen oder Skins von Bedrock-Spielern überall richtig angezeigt werden sollen. Dann kopierst du die Datei key.pem aus dem Floodgate-Ordner des Proxys in den Floodgate-Ordner jedes Unterservers und setzt auf dem Proxy send-floodgate-data auf true. Die Weiterleitung der Spielerdaten vom Proxy an die Unterserver muss eingerichtet sein, bei BungeeCord also ip_forward und bungeecord: true in der spigot.yml.
Gib die key.pem niemandem weiter, auch nicht im Support-Chat. Wer sie hat, kann die Java-Anmeldung deines Servers umgehen.
Jeder Server im Netzwerk muss Clients der Version 26.3 annehmen, weil Geyser als solcher auftritt. Unterserver mit älterer Version bekommen ViaVersion.
Und die Konsolen?
Auf Xbox, PlayStation und Switch gibt es kein Feld für eine eigene Serveradresse, der Server-Tab zeigt nur Mojangs Partnerserver. Konsolenspieler kommen trotzdem auf deinen Server, wenn sie den DNS-Server der Konsole auf BedrockConnect umstellen. Der andere Weg führt über eine App auf einem zweiten Gerät im selben Netz, die deinen Server als LAN-Spiel ausgibt. GeyserMC nennt dafür unter anderem MCCompanion, BedrockTogether und Phantom. Phantom läuft auf dem PC und funktioniert nicht mit der Switch.
Keiner dieser Umwege stammt von GeyserMC, und für BedrockConnect ist offen, wie es nach 26.60 weitergeht: Das Programm spricht bisher nur RakNet, und Unterstützung für NetherNet gab es am 24. Oktober 2026 noch nicht. Bevor du Konsolenspielern diesen Weg empfiehlst, schau auf der Projektseite nach, ob sich daran etwas geändert hat.
Fürs Online-Spielen braucht jeder Konsolenspieler das Abo seiner Konsole, auf deinem Server genauso wie auf einem Realm: PlayStation Plus, Nintendo Switch Online oder auf der Xbox mindestens Game Pass Essential. Die Links führen zu den Codes bei Amazon (Werbelinks).
Was auf Bedrock anders bleibt
Manche Java-Funktion hat auf Bedrock keine Entsprechung. GeyserMC führt dazu eine Liste bekannter Einschränkungen, für Betreiber zählen vor allem diese:
- Links im Chat sind für Bedrock-Spieler nicht anklickbar. Wer Discord oder Shop per Chatlink bewirbt, erreicht sie so nicht.
- Im Inventar kann Geyser Links- und Rechtsklick nicht unterscheiden. Plugin-Menüs, die beide Klicks verschieden belegen, funktionieren auf Bedrock nur eingeschränkt.
- Eigene Ambossrezepte, eigene Verzauberungen und Stufen über dem Vanilla-Maximum, etwa Behutsamkeit II, kommen nicht an.
- In der Oberwelt ist bei 512 Blöcken über und unter null Schluss, in anderen Dimensionen bei 0 und 256. Das betrifft nur Welten, die per Datapack höher gebaut sind.
Optische Kleinigkeiten wie fehlende Partikel oder eine zu schmale Scoreboard-Anzeige gleicht das GeyserIntegratedPack aus, ein Ressourcenpaket, das Geyser mitbringt.
Wenn Bedrock-Spieler nicht reinkommen
Schau zuerst in die Konsole. Dort meldet Geyser die meisten NetherNet-Probleme samt Ursache, zum Beispiel einen geteilten Port, einen fehlenden UDP-Port oder eine lokale Adresse. Steht im Abschnitt bedrock als address etwa 127.0.0.1, setz sie auf 0.0.0.0. Danach lohnt sich ein Blick auf diese Punkte:
- Ist der Port für TCP und UDP offen? Seit NetherNet ist das die häufigste Ursache.
- Belegt ein anderes Programm den Port, etwa ein Voice-Chat oder eine Webkarte?
- Nimmt der Server Clients der Version 26.3 an, oder fehlt ViaVersion?
- Hat der Spieler eine Bedrock-Version, die Geyser gerade unterstützt?
- Nutzt dein Server die Edge Network Firewall von OVH, lassen deren Regeln für Minecraft Bedrock nur RakNet durch. Für den Geyser-Port nimmst du dort die Regel Other.
Kommst du nicht weiter, erzeugt /geyser dump einen Bericht über deine Einrichtung. Damit fragst du im Discord von GeyserMC nach.
Bedrock-Spieler auf deinen Server holen
Von den 45 Servern in unserer Liste sind 5 als Bedrock- oder Crossplay-Server markiert (Stand 24. Oktober 2026). Sie stehen auf der Seite Minecraft Bedrock Server, und wer dort sucht, spielt Bedrock. Damit dein Server dort ebenfalls erscheint, trägst du unter Meine Server → Bearbeiten bei „Server Besonderheiten“ crossplay oder bedrock ein. Schreib Bedrock-Adresse und Port in die Beschreibung. Bedrock-Spieler geben den Port in einem eigenen Feld ein und wissen sonst nicht, welchen.
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